Rausch und Ekstase in der österreichischen Literatur

Irma Duraković, Maria Endreva, Eva Höhn (Hg.)
Rausch und Ekstase in der österreichischen Literatur
[= Schriftenreihe des Franz-Werfel-Stipendienprogramms, Band 18]
Print: ISBN 978-3-7069-1307-2
Open Access: DOI: 10.23783/9783706913072

Rausch und Ekstase stellen zutiefst subjektive Erfahrungsformen dar, die innerhalb der Machtdiskurse allenfalls marginal geduldet, zumeist jedoch mit Misstrauen beäugt und nicht selten als asozial oder degradierend sanktioniert wurden. Wo sich das Irrationale Bahn bricht – sei es in Mythen, in mystischen Traditionen oder im religiösen wie ästhetischen Überschreiten etablierter Grenzen –, tritt das Subjekt in eine gefährlich freie Position ein. Ekstatische Erfahrungen fungieren dadurch als Sehnsuchts- und Fluchtorte des Individuellen. Zugleich jedoch erscheinen sie als Bedrohung für die rationalen Ordnungen der Macht, insofern sie das Individuelle gegenüber dem Kollektiven betonen und das Potenzial besitzen, oppositionelle Diskurse hervorzubringen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten sowohl die sozialen als auch die ästhetischen Dimensionen des Rausches und der Ekstase – die pathologischen wie die schöpferischen, die kollektiven wie die individuellen Aspekte. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist die Frage nach dem Subjekt im Spannungsfeld zwischen Unterwerfung und Befreiung, Rationalität und Überschreitung, Ordnung und Entrückung.

 

Open Access – Gesamtband
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Open Access – einzelne Beiträge

IRMA DURAKOVIĆ / MARIA ENDREVA / EVA HÖHN:
Rausch und Ekstase in der österreichischen Literatur

SANNA SCHULTE: „Bitte ertränk mich“: Ekstase zwischen Transzendenz, Körper und Klang – von Racha Kirakosian über Franz Werfel zur Wiener Band Buntspecht

ANNA DĄBROWSKA: Satirische Bilder der religiösen Ekstase in den Romanen von Sama Maani

VAHIDIN PRELJEVIĆ: „Mit rasender Wollust“. Inszenierungen des erotischen Rausches bei Hermann Bahr und Felix Dörmann um 1890

IRMA DURAKOVIĆ: „Das weiße Laster“: Kokain in Hugo Bettauers Der Kampf um Wien und seiner Publizistik

MAJA DĘBSKA: Spielregeln des Rausches. Poetologien des Alkohols in Stefanie Sargnagels Dicht und Theresa Präauers Kochen im falschen Jahrhundert

EVA HÖHN: Rausch und Ekstase im Roman Drama von Arad Dabiri

EDIT KIRÁLY: Ekstasen unterwegs. On the Road mit Jack Kerouac und Peter Rosei

GÁBOR KEREKES: Sex? And Drugs? And Rock ’n’ Roll? Peter Henischs Roman Morrisons Versteck

REINHARD M. MÖLLER: Raptus, Ekstase und heteronome Kreativität in Konrad Bayers der kopf des vitus bering

PAOLA DI MAURO: „Kafka in Ekstase“. Brods Bild und Kafkas Schreibpraxis

TAMÁS LÉNÁRT: Domestizierung der Ekstase. Auf der Spur von ekstatischen Momenten in Franz Kafkas Ein Bericht für eine Akademie und Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse

THORSTEN CARSTENSEN: Berauscht von sich selbst: Stefan Zweigs ekstatisches Erzählen

LEHEL SATA: „Die Anagramm-Manie, mit Essig daran“. Rauschhaftes und Ekstatisches in der zeitgenössischen österreichischen Anagrammdichtung

JELENA SPREICER: Sprachekstase oder die Selbstauflösung der Fiktion im Roman Verteidigung der Missionarstellung (2012) von Wolf Haas

JUDIT SZABÓ: Ekstase als imaginärer Transport. Die Simulation einer Echokammer in Albert Drachs Das Kasperlspiel vom Meister Siebentot (1965)