Wien 1918 – ein kulturelles Laboratorium der Moderne

Wolfgang Müller-Funk & Andrea Seidler (Hg.):
Wien 1918 – ein kulturelles Laboratorium der Moderne

[= Verflechtungen und Interferenzen. Studien zu den Literaturen und Kulturen im zentraleuropäischen Raum. Hg. von Wolfgang Müller-Funk und Andrea Seidler; 9]

2022, ISBN 978-3-7069-1126-9, 251 S., brosch.
€ [A] 28,80 / € [D] 28,00

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Der vorliegende Forschungsband möchte der kulturelle Bedeutung der Ersten Republik und deren Leistungen einen gebührenden Platz einräumen. Während sich nämlich Wiener Moderne und Weimarer Republik heute einer fortdauernden Aufmerksamkeit erfreuen, sind die Kultur der Ersten Republik und hier vorab des soziokulturellen Laboratoriums Wien – vermutlich schon in der Wahrnehmung vieler Zeitgenossinnen und Zeitgenossen unterbelichtet geblieben.
Versammelt sind Beiträge zur Volksbildung im Roten Wien, zu Architektur und Stadtplanung, zu neuen Diskursen in der Psychoanalyse oder zur Neuorientierung Musils nach 1918, die später zu seinem epochalen Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« führen wird. Was ihn von anderen Publikationen unterscheidet, ist ein komparatistischer Aspekt, der etwa im Vergleich zwischen der Revolution 1918 in Wien und Österreich und der (kurzlebigen) Räterepublik in Ungarn aber auch in der Analyse der ungarischen Medien in der Zwischenkriegszeit zum Ausdruck kommt. Durch diese erhellenden Vergleiche fällt neues Licht auf die spezifische Besonderheit der Ersten Republik und der Situation im Roten Wien.