Paul Celan. Interpretationen – Kommentare – Didaktisierungen

Johann Georg Lughofer (Hg.):
Paul Celan. Interpretationen – Kommentare – Didaktisierungen

[= Ljurik – Internationale Lyriktage der Germanistik Ljubljana; 9]

2019, ISBN 978-3-7069-1045-3, 299 S., brosch.
€ [A] 32,00 / € [D] 31,10

   

Das Werk von Paul Celan (1920-1970), bürgerlich Paul Antschel, gilt gemeinhin als einer der wichtigsten Beiträge zur Weltliteratur des 20. Jahrhunderts in deutscher Sprache: Harald Weinrich meinte, dass dieser „für seine Person und sein Werk ein Jahrhundert europäischer Lyrik resümiert“; Wolfgang Emmerich nennt Celan den „bedeutendsten Lyriker deutscher Sprache seit 1945“. Was bei einem solchen „Klassiker“ vielleicht verwundert: Die Auseinandersetzung mit diesem einzigartigen Dichter nahm in den letzten Jahrzehnten stets noch zu und ein Rückgang dieses Interesses ist auch so bald nicht zu erwarten. Seine Literatur thematisiert zentral den Genozid, Verfolgung, die auf Auschwitz folgende existentielle Heimatlosigkeit, Sprachverlust und Todesängste. Sein bekanntestes Gedicht Todesfuge wurde zum Klassiker der Shoahliteratur – nicht nur an Schulen. Man hat sich vielleicht deswegen auch allzusehr auf diesen Text konzentriert. Es ist erstaunlich, wie unbekannt hingegen sein Gesamtwerk außerhalb der akademischen Welt ist. Ebenso bleiben interessante offene Forschungsfragen zu seinem spannungsreichen Œuvre, wie der Band beweist.