Österreichische Literatur in China 4

Wei Liu; Urs Luger; Alexandra Wagner (Hg.):
Jüdisches Österreich – Jüdisches China. Geschichte und Geschichten aus dem 20. Jahrhundert

[= Österreichische Literatur in China; 4]

2018, ISBN 978-3-7069-0978-5, 308 S., brosch.
€ [A] 29,70 / € [D] 28,90

  

Mit der Übersetzung eines Einakters aus Arthur Schnitzlers Anatol wird 1919 erstmals ein Werk eines jüdischen österreichischen Autors in China publiziert, zahlreiche weitere folgen. Vor allem seit der Öffnungspolitik Chinas werden immer mehr ins Chinesische übersetzt, so etwa Stefan Zweig, Joseph Roth, Franz Kafka, Robert Musil, Elias Canetti oder Karl Kraus. Dieses Buch beschäftigt sich mit diesen und anderen jüdischen Autoren und Autorinnen des 20. Jahrhunderts, mit ihrer Auseinandersetzung mit dem Judentum sowie ihren Bezügen zu China und Asien. Ein Bezug österreichischer Juden zu China ganz anderer Art ist die Erfahrung des Exils in Shanghai. Als ab 1933 viele Juden aus Deutschland, spätestens ab 1938 auch aus Österreich fliehen mussten, war für über 20.000 von ihnen die Flucht nach Shanghai die einzige Möglichkeit, Verfolgung und Mord in Nazideutschland zu entkommen. Nicht die Faszination für das Andere, für das „exotische“ China, war der Grund, dieses Ziel zu wählen, vielmehr war es oft die einzige sich bietende Möglichkeit, weil man für die Einreise in die exterritoriale Stadt kein Visum benötigte. Beiträge über das jüdische Leben in der Metropole am Huangpu in seinen unterschiedlichsten Facetten bilden den anderen Schwerpunkt dieses Buches.