Entwurf eines Lehrplans für den Freigegenstand „Frühe sprachliche Förderung“

Stefanie Rettl:
Entwurf eines Lehrplans für den Freigegenstand „Frühe sprachliche Förderung“ an der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik

[= Studia Interdisciplinaria Ænipontana, hg. v. Peter Anreiter; 27]

2017, ISBN 978-3-7069-0963-1, 127Seiten
€ [A] 21,30 / € [D] 20,70

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Mit Blick auf die zu erwartende Entwicklung der Zuwanderung in Österreich ist derzeit davon auszugehen, dass der frühen sprachlichen Förderung in der Elementarpädagogik im Hinblick auf faire Bildungschancen und gelungene Integration in den kommenden Jahren eine weiter steigende Bedeutung zukommen wird. Die Politik reagierte darauf bereits. Seit dem Jahr 2008 wird das Projekt „Frühe Sprachförderung im Kindergarten“ fortlaufend und flächendeckend umgesetzt. Kindern mit sprachlichem Förderbedarf soll eine besondere Unterstützung zukommen. Um ihre Absolventinnen und Absolventen bestmöglich auf das spätere Berufsleben vorzubereiten, sehen sich Bildungsanstalten für Elementarpädagogik mit der Aufgabe konfrontiert, auf diese Entwicklungen rasch zu reagieren. Als Pilotprojekt wurde im Schuljahr 2016/17 an der Katholischen Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Innsbruck der Freigegenstand „Frühe sprachliche Förderung“ angeboten. Es wird davon ausgegangen, dass es deren Berufseinstieg erheblich erleichtert, wenn Schülerinnen und Schüler bereits während ihrer Ausbildung fundierte Fachkenntnisse zu theoretischen und praktischen Anwendungsbereichen sprachlicher Förderung im Kindergarten erwerben. Ziel meiner Arbeit ist es, einen Lehrplan für den Freigegenstand „Frühe sprachliche Förderung im Kindergarten“ zu entwickeln und wissenschaftlich zu fundieren. Dafür wird es im ersten Schritt erforderlich sein, den aktuellen Stand der Forschung bezüglich erziehungswissenschaftlicher, entwicklungspsychologischer und sprachwissenschaftlicher Theorien zu Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Sprachbildung und Sprachförderung zu erheben. In einem weiteren Schritt sind geeignete Mittel, Medien und Strategien zu finden, die bei den Schülerinnen und Schülern einerseits eine Faszination für Sprache(n) zu wecken vermögen, gleichzeitig aber auch den komplexen Anforderungen an eine pädagogisch wirksame Unterstützung und Begleitung der Kinder in ihrer Sprachentwicklung gerecht werden.
Ausgehend von sprach- und kulturwissenschaftlichen Vorstellungen funktionaler Interaktion wagt dieses Buch den Schritt in den metadisziplinären Raum, um unser Potential uns und unsere Habitate willkürlich zu wandeln aus einer ebenso allgemeinen wie differenzierten Warte unter die Lupe zu nehmen. Es versucht dabei, an die Vielzahl zeitgenössischer Denkströmungen anschlussfähig zu sein, ohne dem Leser allzu viele fachspezifische Vorkenntnisse abzuverlangen. So erweckt es eine weite, inhaltlich erfrischend offene Perspektive auf unsere Probleme, sowie auf die biokulturelle Lösungsvielfalt, die wir in unserer gestaltenden Auseinandersetzung mit diesen Problemen so unablässig hervorbringen. An der grundlegenden Basis menschlicher Epistemologie beginnend, schlägt es einen runden Bogen: Von der philosophischen Frage des Menschseins, über die zivilgesellschaftlich heißen Fragen der Nachhaltigkeit, der Prozesssteuerung und der anthropogenen Habitatgestaltung, bis hin zum 'status quo' wissenschaftlicher Arbeit an Funktions-, Prozess- und Strukturmodellen.

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