Wiener Jahrbuch für Kurdische Studien 5

Katharina Brizić; Agnes Grond; Christoph Osztovics; Thomas Schmidinger; Maria Six-Hohenbalken (Hg.):
Sprache – Migration  – Zusammenhalt: Kurdisch und seine Diaspora | Language – Migration – Cohesion: Kurdish and its Diaspora

[= Wiener Jahrbuch für Kurdische Studien; 5]

2017, 978-3-7069-0965-58, ca. 320 S., brosch.
€ [A] 29,90 / € [D] 29,10

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Der fünfte Band des Wiener Jahrbuchs für Kurdische Studien richtet sich an eine breite Leserschaft mit Interesse an Sprache, Migration und sozialem Zusammenhalt, seien es Studierende oder Fortgeschrittene, seien es in Forschung oder Praxis Tätige. Die im Band vertretenen Disziplinen schlagen einen weiten Bogen von Linguistik und Soziolinguistik über Soziologie und Politikwissenschaft bis hin zu Kultur- und Sozialanthropologie, Migrationsforschung, Memory und Genocide Studies und vielen mehr. Der Grund für diese Weite liegt im Gegenstand selbst: Dies ist ein Buch zum Kurdischen. Es gibt nur wenige Themen, so meinen wir, die in so viele Disziplinen ausstrahlen, zugleich aber auch so unmittelbar die Ebene menschlicher Erfahrung berühren wie das Kurdische.
Kurdisch tut dies bereits auf der linguistischen Mikro-Ebene, als sprachliche ‘Einheit’, von wo die Diskussion stets unverzüglich zu fundamentalen Fragen des ‘Wesens’, der Verwandtschaften und Grenzen von Sprachen führt, und von dort weiter zu Identität, sozialem Zusammenhalt, kollektivem Gedächtnis und deren Bedeutung für jegliche Definition von Sprache. Nur selten sind die verschiedenen Aspekte so offensichtlich und unausweichlich miteinander verwoben wie im Falle des Kurdischen. Kurdisch ist deshalb ein besonders geeigneter Ausgangspunkt, wenn es darum geht zu verstehen, dass Sprache niemals getrennt von menschlicher Erfahrung, von Erinnerung, Politik, sozialer Entwicklung und sozialem Zusammenhalt gedacht werden kann — und nicht erst in unseren spätmodernen Zeiten. Kurdisch zeugt eindrucksvoll von der tiefen Beziehung des Menschen zu Sprache. Denn dass sich das Kurdische so lebendig in Schrift und Wort erhalten hat, ist alles andere als selbstverständlich.