Mieder: »Entflügelte Worte«

978-3-7069-0863-4Wolfgang Mieder:

»Entflügelte Worte«. Modifizierte Zitate in Literatur, Medien und Karikaturen. Mit 183 Abb.

[= Kulturelle Motivstudien; 16]

2016, ISBN 978-3-7069-0863-4, 485 Seiten, geb.
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Es handelt sich um geflügelte Worte aus der deutschsprachigen, angloamerikanischen und französichen Überlieferung, wobei die 1265 Belege (davon 183 Abbildungen) aus Literatur, Medien und Karikaturen aufzeigen, wie diese bekannten Zitate in ihrem ursprünglichen Wortlaut oder in innovativen Abwandlungen auftreten. Die vielen Texte sind in 68 Kapitel aufgeteilt, die alphabetisch nach den Hauptstichwörtern angeordnet sind. Jedes chronologisch gruppierte Kapitel beginnt mit einer Darstellung des Ursprungs des jeweiligen geflügelten Wortes. Wo es weiterführende Sekundärliteratur gibt, werden exakte bibliographische Angaben gemacht, und es gibt auch Verweise auf lexikographische Standardwerke. Im Durchschnitt haben die einzelnen Kapitel zwischen 18 bis 19 Belege, aber natürlich gibt es für einzelne geflügelte Worte bedeutend mehr Beispieltexte, wie etwa für „Zurück zur Natur“ (62 Belege), „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ (58 Belege) und „Das Volk der Dichter und Denker“ (57 Belege). Die meisten geflügelten Worte stammen aus dem 19. oder 20. Jahrhundert, und eine beachtliche Anzahl geht auf Buch-, Film- und Gedichttitel zurückgehen, wie etwa „Gruppenbild mit Dame“ (Heinrich Böll), „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (Peter Handke), „Der alte Mann und das Meer“ (Ernest Hemingway) und „Manche mögen’s heiβ“ (Billy Wilder). Friedrich Nietzsche ist mit vier geflügelten Worten am meisten vertreten, darunter „Gott ist tot“ und „Wenn du zum Weibe gehst, vergiβ die Peitsche nicht“. Zu den literarischen Zitaten „Die blaue Blume“ (Novalis), „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ (Heinrich Heine) und „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ (Bertolt Brecht) kommen bekannte Losungen wie „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ sowie moderne Aussprüche wie Neil Armstrongs „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“ hinzu. Aus bedeutenden Reden stammen „Ich bin ein Berliner“ (John F. Kennedy), „Mehr Demokratie wagen“ (Willy Brandt) und „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ (Michail Gorbatschow). Und selbstverständlich fehlen auch die Werbesprüche „Er läuft und läuft und läuft“ und „Neckermann macht’s möglich“ nicht. Besonders Aphoristiker, Graffitischreiber, Sprücheklopfer, Journalisten und Karikaturisten haben eine Vorliebe für die kritische Auseinandersetzung mit dieser vorgeprägten Sprachware, und so fristen die geflügelten Worte vor allem in Entstellungen und Verfremdungen ihr Dasein in der Moderne.