Mieder: „Zersungene Lieder“. Volksliederreminiszenzen

_978-3-7069-0685-2Wolfgang Mieder:
„Zersungene Lieder“. Moderne Volksliederreminiszenzen in Literatur, Medien und Karikaturen

[= Kulturelle Motivstudien; 12]

2012, ISBN 978-3-7069-0685-2, 409 S.., geb.
€-A 45,00 / €-D 43,80

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Dieses Buch thematisiert die sogenannte „Schwundstufen“ des Volksliedes, worunter Volksliederreminiszenzen oder Volksliederanspielungen in der Form von Prosatexten, Gedichten, Sprüchen, Aphorismen, Graffiti und Schlagzeilen (574 Belege) sowie Reklamen, Karikaturen und Witzzeichnungen (142 Abbildungen) zu verstehen sind. Überall ist zu erkennen, dass Volkslieder mit ihren meist positiven, romantischen und auch sentimentalen Botschaften parodistisch, satirisch oder humorvoll in Frage gestellt werden. Die oft sozialkritischen Auslegungen und Nachdichtungen bekannter Volksliederstrophen zeigen, dass die Tradition der Volkslieder keineswegs abgebrochen ist, denn innovative Umgestaltungen setzen voraus, dass moderne Schriftsteller, Journalisten, Sprücheklopfer, Werbetexter, Karikaturisten und Sprachteilnehmer ganz allgemein die Volkslieder, meist lediglich die erste Strophe, noch kennen. Auch wenn das moderne Leben teilweise so kompliziert ist, dass die einfachen Themen der Volkslieder nicht mehr zu passen scheinen, gilt doch weiterhin, dass es in den Volksliedern um Menschlich-Allzumenschliches wie etwa Arbeit, Liebe, Leid, Trennung, Abschied, Tod und vieles mehr geht.

Der Autor ist Träger des Europäischen Märchenpreises 2012!