Huber: Mode in der Sowjetunion 1917-1953

_978-3-7069-0633-3Elena Huber:
Mode in der Sowjetunion 1917-1953

[= Angewandte Kulturwissenschaften Wien, hg. v. Manfred Wagner; 18]

2010, ISBN 978-3-7069-0633-3, 335 S., brosch.
€-A 35,00 / €-D 34,00

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Die Untersuchung des Wandelns des „Kostüms“ in der Sowjetunion ermöglicht es, verschiedene Prozesse im oktroyierten gesellschaftlichen Bewusstsein, die Herausbildung neuer Weltanschauungen und schließlich die Sehnsucht jedes Einzelnen nach Individualisierung zu verstehen. Die Voraussetzungen für die Entstehung eines „sowjetischen“ Kostüms entstanden schon in der vorrevolutionären Zeit, als die „Pioniere des sowjetischen Designs“ ihre Arbeit begannen. Im alltäglichen Leben bildete sich jedoch eine eigene Kleidungsform heraus. Neben den neuen Kleidungsstücken mit typischen Merkmalen – wie Einfachheit, Geschlechtslosigkeit oder Konformität – existierten immer noch „alte“ bürgerliche aus der vorrevolutionären Zeit. Somit stellte das „neue“ sowjetische Volk eine heterogene Ansammlung an stillosen Objekten dar und der Revolution wurde dadurch eine ironische Note verliehen. Das postrevolutionäre Kostüm war bunt gemischt, multidimensional und komplex gleichzeitig. Darin widerspiegelten sich globale Prozesse, die einen ganzen Komplex neuer moralischen Normen und Vorstellungen hervorbrachten, die aber die alten Traditionen nicht zu Gänze brechen konnten. Die geistigen und ästhetischen Ideale eines „neuen“ Menschen, seine Vorstellungen über die Gestaltung seines Äußeren zeigten sich in einer bestimmten Form. Diese wurde zum Symbol einer ganzen Epoche und spielt für das Verständnis der Mentalität, der Wertvorstellungen und Idealen eines Menschen im heutigen Russland eine herausragende Rolle.

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