Heinemann, Ute: Schriftsteller als sprachliche Grenzgänger

Heinemann, Ute: Schriftsteller als sprachliche Grenzgänger. Literarische Verarbeitung von Mehrsprachigkeit, Sprachkontakt und Sprachkonflikt in Barcelona (= Beihefte zu „Quo vadis, Romania?“, hrsg. v. Georg Kremnitz, Bd. 5). ISBN 978-3-901126-24-6. Broschiert, 1998, 296 Seiten. €-A 28,80; €-D 28,00

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In kaum einem anderen Gebiet Europas wird eine so eindeutig voluntaristische Sprachpolitik betrieben wie in Katalanien seit dem Ende der Diktatur Mitte der Siebzigerjahre. Nach 20 Jahren sind die Deutungen der aktuellen Jahre sehr unterschiedlich. Während die einen meinen, es sei trotz einiger positiver Entwicklungen nur eine Frage der Zeit, bis das Katalanische vom Kastilischen verdrängt werde, sehen andere Extreme mittlerweile das Kastilische vom Katalanischen unterdrückt. Zwischen diesen beiden Polen finden sich die verschiedensten Nuanchen. In diesem Buch werden die sprachpolitischen und sprachlichen Veränderungen und die daraus resultierenden Wandlungen im Zusammenleben von Katalanisch- und Spanischsprechern in Barcelona untersucht, und es wird der Frage nachgegangen, welche Grenzen zwischen den Gruppen gezogen werden und wie jeweils den Anderen begegnet wird. Dies geschieht anhand eines diesbezüglich wenig beachteten Bereichs, nämlich der neueren katalanisch- und kastilischsprachigen Literatur Kataloniens. Der Arbeit liegt die Frage zu Grunde, wie mehrsprachige Schriftsteller in Barcelona die beiden Sprachen und Kulturen in ihr literarischen Werk aufnehmen und zueinander in Verhältnis setzen.