Werndl, Kristina: Dem Tod vor Augen. Josef Winkler

Werndl, Kristina: Dem Tod vor Augen. Über Josef Winklers Literarische Autobiographie Leichnam, seine Familie belauernd. Inklusive dem Transkript einer Diskussion mit dem Autor. ISBN 978-3-7069-0316-5. Broschiert, 2005, 148 Seiten. €-A 21,00; €-D 20,40

Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit dem jüngsten Buch des Kärntner Autors Josef Winkler, welches den Titel „Leichnam, seine Familie belauernd“ trägt und 2003 in der edition suhrkamp erschienen ist. Den Schwerpunkt der Untersuchung bildet die Nachzeichnung des autobiographischen Prinzips auf sämtlichen Struktur- und Bedeutungsebenen des Buches, das als eine Literarische Autobiographie begriffen werden kann. Das autobiographische Prinzip kommt auf ganz unterschiedlichen Ebenen zum Tragen, etwa bei der Wahl des Buchtitels, bei der Neubewertung und ironischen Kommentierung fixer Topoi aus Winklers früherem Werk und bei der Anordnung der Miniaturen. Diese lassen sich bestimmten Textsorten (Anekdote, Satire, Kommentar usw.) zuordnen, die bei unterschiedlicher Zielsetzung auf ihre Leistung für die Literarische Autobiographie bestimmbar sind. Der „Leichnam“ hat so den Charakter eines opus summum, das verschiedene literarische Stationen Josef Winklers verzeichnet, mit der Tendenz, alles bislang Erworbene und Erprobte auszustellen, ein Spektrum dessen zu bieten, was war und was noch kommen könnte. Dem Buch haftet also gleichzeitig ein resümierender Zug an wie das Flackern des Neuen. Ein transkribiertes und autorisiertes Interview, in dem sich Josef Winkler vor Studierenden der Freien Universität Berlin zum eigenen Schaffen äußert, rundet die Untersuchung ab.