Schmidt-Bergmann, Hansgeorg: Nikolaus Lenau

Schmidt-Bergmann, Hansgeorg: Nikolaus Lenau. StudienZwischen Romantik und Moderne. ISBN 978-3-7069-0158-1. Broschiert, 2003, 133 Seiten. €-A 24,90; €-D 24,20

Der Literaturwissenschaftler und Professor an der Universität Karlsruhe Hansgeorg Schmidt-Bergmann widmet dem vor allem für seine Lyrik bekannten Nikolaus Lenau Studien, die dem österreichischen Vormärzautor im Kontext der deutschsprachigen und europäischen Literaturgeschichte einen neuen Ort zuschreiben. Nikolaus Lenau gehört zu den wichtigsten österreichischen Lyrikern zwischen 1818 und 1848 und verbrachte seine prägendsten Jahre in Wien. Dies belegen in dem vorliegenden Band zentral die Aufsätze, die sich auf die Herausbildung seines Programms eines „poetischen Lebens“ in den Wiener Jahren bis 1831 beziehen. Fortgesetzt findet sich diese Beeinflussung in seiner Auseinandersetzung mit der Musik Beethovens. Daraus entwickelte Lenau eine ganz eigene Kunstauffassung, die er als eine Alternative zu der Literatur der „jungdeutschen Autoren“ propagierte und durch die sich die österreichische Vormärzliteratur ästhetisch produktiv von der zeitgenössischen deutschen Literatur abhebt. Die Ausblicke auf die europäische Literatur des „Weltschmerz“ zeigen, dass Nikolaus Lenau mit seinem Werk auf die Moderne vorausweist – auch darum konnte er für das „junge Wien“, insbesondere für Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann, zu einer Schlüsselfigur werden. Die Studien zeigen Nikolaus Lenau in einem völlig neuen Kontext und sind auf die großen Untersuchungen der Wiener Germanistik zu beziehen, durch die versucht werden soll, die Wiener Romantik erstmals als eine literarhistorisch eigenständige Epoche darzustellen.