Blumesberger, Susanne / u.a. (Hg.): Alex Wedding

Blumesberger, Susanne / Seibert, Ernst (Hg.): Alex Wedding (1905-1966) und die proletarische Kinder- und Jugendliteratur. (= biografiA – Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung, hg. v. Ilse Korotin, Bd. 3). ISBN 978-3-7069-0363-9. Gebunden, 2007, 199 Seiten. €-A 25,00; €-D 24,30

Die 1905 in Salzburg als Margarete Bernheim geborene Autorin nannte sich (nach den zentralen Treffpunkten der Arbeiterbewegung in Berlin, dem „Alexanderplatz“ und dem „Roten Wedding“) be-zeichnenderweise „Alex Wedding“. Mit 17 Jahren verließ sie ihr Elternhaus, begann in Innsbruck als Warenhausangestellte zu arbeiten und wohnte in einer Arbeiter-Mietskaserne bei einer politisch aktiven Eisenbahnerfamilie. Dort erhielt sie einen ersten Eindruck in das Leben und in die Arbeit der Proletarier. Ab 1925 lebte sie als Stenotypistin, Buchhändlerin, Bankangestellte und Journalistin in Berlin und war Mitglied der KPD, des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller und des Bertolt Brecht-Clubs. 1928 heiratete sie den 1900 in Prag geborenen Franz Carl Weiskopf, der als Redak-teur, Journalist und Herausgeber tätig war und als Autor sozialistischer und antifaschistischer Litera-tur an die Öffentlichkeit trat. 1930 erschien Alex Weddings vielbeachtetes und später verbotenes erstes Kinderbuch „Ede und Unku“. 1935 besuchte sie die Sowjetunion, 1938 ging sie nach Berlin, ein Jahr später floh sie mit ihren Mann über Paris nach New York. 1949 kehrte sie mit ihm nach Prag zurück und begleitete ihn (er war inzwischen Gesandter der CSR) nach Washington, Stockholm und Peking. 1950 bis 1952 lebten beide in China, wo sie sich als Übersetzerin und Korrespondentin betä-tigte. 1953 verlegten das Paar seinen Wohnsitz in die DDR. Alex Wedding verfasste Kinder- und Jugendbücher, Erzählungen, Reportagen und zahlreiche Beiträge. 1966, elf Jahre nach dem Tod ihres Mannes, starb sie in Saalfeld. Mit ihren in zahlreichen Sprachen übersetzten und in mehreren Auflagen erschienen Büchern wie „Das Eismeer ruft. Die Abenteuer einer großen und einer kleinen Mannschaft“ (1936), „Die Fahne des Pfeiferhänslein“ (1948), „Söldner ohne Sold“ (1948), „Das ei-serne Büffelchen“ (1952) und „Die Drachenbraut. Chinesische Volksmärchen“ (1961) gilt sie als eine der wichtigsten Wegbereiterin der sozialistischen Kinder- und Jugendliteratur. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, nach ihr wurde sowohl ein Preis als auch eine Medaille benannt.