Wotapka, Nina: Blind Vision

Wotapka, Nina: Blind Vision – sind Produkte Medien?. Der Versuch einer Antwort am Beispiel der Waschmaschine (= Angewandte Kulturwissenschaften Wien, hg. v. Manfred Wagner, Bd. 1). ISBN 978-3-7069-0301-1. Broschiert, 2005, 272 Seiten. €-A 24,90; €-D 24,20

Marshall McLuhan (1995) postulierte, dass das Medium die Botschaft wäre. Seine Thesen besagen, dass z.B. das Fernsehgerät nicht nur über den gesendeten Inhalt kommuniziert, sondern dass dieses Gerät eine eigene Boschaft hat. Die Botschaft des Fernsehers war die Ausrichtung seiner Rezipienten nach einem externen Mittelpunkt sowie die Ein-Weg-Kommunikation. Das hat die Familien der Neuzeit nachhaltig verändert. Psycho- und Sozialstrukturen der Gesellschaft wurden durch dieses Medium beeinflusst. Das vorliegende Buch weitet diese These auf andere Konsumgüter des täglichen Lebens aus. Am Beispiel der Waschmaschine wird untersucht, ob – und wenn ja, welche – Auswirkungen ein Produkt auf die Gesellschaft und das Individuum haben kann. Die hier gestellten Frage sind: Haben Produkte, also industriell gefertigte Konsumgüter, eine eigene Botschaft? Wohnt ihnen das Potenzial der Veränderung unserer Psycho- und Sozialstrukturen inne? Es wird beschrieben, wie das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt (in Bezug auf Schmutz und Reinlichkeit) vor der Verbreitung der Waschmaschine war. Im Vergleich zu heutigen Verhältnissen werden zeigt sich, ob sich Unterschiede feststellen lassen, ob sich Riten oder Gebräuche durch das Produkt verändert haben, ob sich Wünsche oder Erwartungen, die mit Reinigung verknüpft sind, gewandelt haben. Durch das Bewusstsein um dieses Potenzial entstehen neue Möglichkeiten der Produktentwicklung. Produktentwickler und Designer haben die Möglichkeit, dieses Wissen aktiv in den Schaffensprozess miteinzubeziehen. Damit kann aus unwissentlich evozierten Folgen bewusstes Gestalten der Sozialstrukturen werden.

 

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