Goltschnigg, Dietmar u.a. (Hg.): Zukunftschancen der deutschen Sprache

Goltschnigg, Dietmar / Schwob, Anton (Hg.): Zukunftschancen der deutschen Sprache in Mittel-, Südost- und Osteuropa. ISBN 978-3-7069-0237-3. Gebunden, 2004, 590 Seiten. €-A 52,00; €-D 50,60

Der vorliegende Band ist aus einem Humboldt-Kolleg hervorgegangen, das vom 20. bis zum 24. November 2002 an der Karl-Franzens-Universität Graz veranstaltet wurde. 91 Beiträge von Germanistinnen und Germanisten aus 32 Ländern bieten Bestandsaufnahmen und skizzieren unter Einbeziehung allgemeiner kultur-, bildungs- und wirtschaftspolitischer Aspekte die Zukunftsaussichten der deutschen Sprache und mit ihr auch der deutschen und österreichischen Literatur sowie der Universitätsgermanistik in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Auch entferntere Perspektiven aus dem Baltikum, Skandinavien, West- und Südeuropa, aus Amerika, Indien und Japan wurden in die Diskussion eingeblendet. Welche Rolle wird künftig die deutsche Sprache aus der Sicht der Inlands- wie der Auslandsgermanistik im politischen Kontext eines vielsprachigen, multikulturellen Europa und einer wirtschaftlich globalisierten Welt neben der als Lingua franca fest etablierten englischen Sprache spielen? Wie beurteilt vor allem die jüngere Generation von Germanistinnen und Germanisten die Zukunftschancen ihrer Fachdisziplin? Wird die Germanistik ihre nach dem Zweiten Weltkrieg so mühsam aufgebaute Position als internationale Wissenschaft halten können? Die wichtigste Voraussetzung dafür ist die Fortsetzung und – nach Möglichkeit – noch wirksamere Förderung der Zusammenarbeit zwischen In- und Auslandsgermanistik, von der alle Partner nur profitieren können. Angesichts der Osterweiterung der Europäischen Union sind die diskutierten Fragen von unmittelbarer und anhaltender Aktualität. Nahezu alle neuen Mitgliedsstaaten der EU waren bei dem Humboldt-Kolleg des Institutes für Germanistik der Grazer Universität in der steirischen Landeshauptstadt vertreten, die sich dank ihrer geopolitischen Lage an der Südostgrenze des deutschen Sprachraums als vorzüglich geeigneter Tagungsort erwies.